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Jeppe the Podenco

Wir haben einen Neuen!

Seit Oktober haben wir Jeppe. Folgt ihm auf Instagram unter @jeppe_the_podenco, wenn ihr seine (und unsere) Abenteuer mit verfolgen möchtet.

Jeppe ist unser 2. Hund vom Tierschutzverein Europa, den ich übrigens jeder und jedem wärmstens in Sachen Tiervermittlung ans Herz legen kann. Als ich Jeppe das erste Mal sah, auf einem Video des spanischen Tierheims Ada Canals, war ich ziemlich fasziniert von diesem Energiebündel, das da mit hoch aufgestellten Ohren am Zaun entlang trabte in allerhöchster Erregungsstufe. Aber warum hat diesen tollen Hund zweieinhalb Jahre niemand gesehen? Wo war der Haken?

Er sei „mui energetico“ wurde mir vermittelt, aber auch eine Seele von Hund, der seit 2,5 Jahren mit seinem Kumpel Lasai im Tierheim wartete. Jeppe (damals noch Toffee) und Lasai (heute Lenny, er lebt sehr glücklich in Mülheim an der Ruhr) wurden als Welpen in einem Karton vor dem Tierheim gefunden, nur wenige Tage alt. (Heute kann ich sagen, dass dieser Umstand wesentlich besser ist, als 2,5 Jahre bei einem Jäger zu verbringen.)

Ich war auf alles gefasst: Schlaflose Nächte, zerstörte Möbel, Aufstehen um 5, keine Minute Ruhe. Ich erwartete einen Hund, der über Tische und Bänke geht, wochenlang das Haus nicht von einem Klo unterscheiden kann und möglicherweise nicht mal im Garten ohne Leine laufen kann, geschweige denn draußen. Ich war auf alles gefasst, denn:

Es gibt solche Podencos, echt!

Aber dann holten wir Jeppe. Ein einziges Bündel Panik wurde da in Emmendingen aus dem Transporter gehoben. Er pinkelte unter sich vor Angst. Oh je, dachte ich, oh jeeee. Erstmal ins Auto. Jeppe und ich mussten uns die Rückbank teilen – nach 15 Minuten lag ein tiefenentspannt schnarchender Hund halb auf meinem Schoß. Bis wir zu Hause ankamen, nach über 600 Kilometern.

Und so ging es weiter. Jeppe hat uns von Anfang an sein Vertrauen geschenkt. Bedingungslos. Bis heute rührt mich das. Jeppe hat einfach den Schalter umgelegt und ist mit einem Riesenoptimismus und Vertrauensvorschuss in sein neues Leben gestartet. Er scheint niemals schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht zu haben – großes Lob an das Tierheim in Spanien. Womit er uns überrascht hat, war seine Art zu kommunizieren. Was wir erst noch etwas erschreckt als „Zähne zeigen“ interpretierten, entpuppte sich nach kurzer Gewöhnungsphase als seine ganz eigene Art, Freude zu zeigen: Jeppe grinst! Nein, es ist kein „submissive smile“ als Verlegenheitsausdruck oder Unterwürfigkeit, er grinst tatsächlich zurück, wenn man ihn freundlich anspricht oder er sich super viel freut, z.B. wenn wir nach Hause kommen.

Die nächsten Wochen in Kurzform:

Ins Haus gepinkelt oder gek…: 1 Mal – und nie wieder.

Aufstehen um 5? Keinesfalls wecken vor 10, bitte!

Ausbrüche aus dem Garten: NULL – der Zaun wird akzeptiert.

Über Tische und Bänke gehen? Okay, der riesige Sprung mit Anlauf über das komplette Sofa hat uns schon beeindruckt – wurde aber leider nicht wiederholt.

Und das beste: Der Kerl hört! Ich kann Jeppe nicht überall frei laufen lassen – aber an vielen Stellen schon. Das Buch von Ulli Reichmann: Wege zur Freundschaft hat bei uns supergut funktioniert.

Mit Ida, der nach dem Tod meiner liebsten Zara verwaisten und unglaublich unsouveränen Ersthündin (auch vom TSV Europa) hat Jeppe sich von Anfang an gut verstanden. Sie hat ihm gezeigt, wie man am Gartenzaun bellt und so lässt Jeppe nun auch relativ häufig seinen Podenco-Bariton erklingen – obwohl Podencos ja eigentlich nicht bellen.

Jeppes schönste Zeit des Tages aber ist der FEIERABEND. Ungeduldig wartet er so ab 20 Uhr darauf, dass wir uns endlich aufs Sofa setzen. Mit Juchhu springt er dann zwischen uns, parkt kompliziert rückwärts ein und fällt mit maximalem Anpressdruck in Tiefschlaf.

Pures Glück (für alle Beteiligten). Wir lieben den Kerl.

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